Im Gespräch mit Sabine Ponath, Bloggerin von mum and still me über Design für Kinder

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Brauchen Kinder Design?

Ja und nein. Ich glaube, dass Dinge aus der Natur, aber auch ein schnöder Kochlöffel oder einfache Tücher oft das beste Spielzeug, gerade auch für Kleinkinder, abgeben. Trotzdem freuen sich Kinder natürlich auch über Spielsachen – und da spielt durchdachtes Design durchaus eine wichtige Rolle. Bei Einrichtungsgegenständen für Kinder kommt noch ein ganz anderer Aspekt hinzu. Die Gestaltung von Möbeln sollte vor allem auch sicher und kindgerecht sein, zugleich aber Platz zum Träumen lassen.

 

Was zeichnet gutes Spielzeug für Kinder aus?

Um meinen ehemaligen Psychologie Professor Dr. Hans Mogel zu zitieren: »Gutes Spielzeug belässt (…) dem Kind einen echten Handlungsspielraum für eine kreativ-freie Gestaltung seiner Spielhandlungen.« Ich vergleiche das immer so ein bisschen mit dem, was wir selbst uns zu Gemüte führen. Wir merken, wie gut es uns tut, uns in ein gutes Buch zu versenken, auf Kunstausstellungen zu gehen, Dokumentationen im Fernsehen anzusehen und die Zeitung zu studieren. Hinterher fühlen wir uns in der Regel ein bisschen »weiter im Kopf«, wir haben vielleicht etwas dazu gelernt. Trotzdem muss es manchmal die schnöde Liebesschmonzette zum Hirnabschalten sein. So ist es auch ein bisschen mit Kinderspielzeug. Gute Spielsachen regen an, fordern die Phantasie der Kinder heraus, bieten Raum für Weiterentwicklung. Trotzdem haben Kleinkinder auch manchmal Bock auf Plastikspielzeug, dass stupide immer den selben Ton abgibt, wenn man auf immer die selbe Taste drückt. Erlaubt ist, was gefällt. Wir Eltern können aber anregend begleiten und Raum für Entdeckung und Ausprobieren schaffen.

 

Erinnerst Du Dich noch an das Lieblingsspielzeug in Deiner Kindheit?

Das kommt jetzt drauf an, in welchem Alter. Ich bin auf dem Land groß geworden und habe es sehr geliebt. Das klingt jetzt kitschig, aber ich erinnere mich gerne daran, wie ich mit einer Freundin Fichtenzapfen in einem Bachlauf um die Wette schwimmen ließ. Wir durften sie lediglich mit einem Stöckchen befreien, wenn sie sich verworren hatten. Und später habe ich gerne im Wald aus Ästen und Bretter »Lager« gebaut und mir dort dann zusammen mit meinen Spielkumpan*innen Phantasiewelten erdacht. Lesen konnte ich auch bis zum Umfallen. Als ich kleiner war, habe ich aber gerne mit Barbiepuppen gespielt.

 

Womit spielt Dein Kind am liebsten?

Mein Sohn spielt mit seinen zwei Jahren sehr gerne Fußball oder »Fußball mit Hand« (der Ball wird dann hin und her gerollt). Das zieht immer. Aber wenn er alleine für sich spielt, dann hat er im Moment gerne ein großes blaues Seidentuch, das dann in seinem Köpfchen ein Kleid, ein See, ein Bauernhaus, ein Versteck und noch viel mehr sein kann. Daneben malt er auch sehr gerne. Was nach wie vor der Renner ist, ist das Spiel mit seinen Holzbauklötzchen.

 

Was sollte in keinem Kinderzimmer fehlen?

Das ist sicherlich jetzt auch eine Frage des Alters, aber was für Kleinkinder eine tolle, langlebige Sache ist, ist ein stabiler Lauflernwagen. Am Anfang wird es zum Üben der Tippselschrittchen benutzt, dann für alle möglichen Zwecke – »einkaufen«, Stofftiere durch die Gegend kutschieren oder einfach sausen. Ansonsten glaube ich, dass alle Kinder in ihrem Zimmer gerne ihr wie auch immer geartetes Versteck oder Lager haben, in dem sie lesen oder Schätze hüten können.

 

Und last, but not least: erzähle uns bitte etwas über Deinen Blog mumandstillme – warum hast Du ihn gegründet?

Die Geburt meines Kindes hat scheinbar alles verändert, ein neuer Takt, neue Prioritäten, eine neue Gebundenheit. Das war aufwühlend wunderbar. So viel tiefe, bedingungslose Liebe zieht plötzlich in das Mutterherz ein. Aber es ist auch nicht immer leicht gewesen, die alten Gewohnheiten und Freiheiten aufzugeben. Man bleibt eben auch als Mama noch man selbst. Ich hatte das Gefühl, dass es so vielen so geht. Eine Freundin hat dann den Ausschlag gegeben und mir gesagt, ich solle anfangen zu schreiben und meine Tipps – egal ob im Bezug auf Beauty und Mode oder auf das Leben mit Kindern – zu teilen. Gesagt getan. Das mache ich nun seit Mitte September letzten Jahres und es macht verdammt viel Spaß.

Foto: Jules Villbrandt www.herzundblut.com

www.mumandstillme.com

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