Daniela Doege, Bloggerin von butterflyfish über Design für Kinder

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Brauchen Kinder Design?

Kinder brauchen vor allem Dinge, die für sie funktionieren. Praktisch müssen sie sein und das Leben im Idealfall vereinfachen. Nur weil es gut aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es auch funktioniert. Es gibt inzwischen so viele Produkte, die nur gut aussehen, deren Nutzen aber – in meinen Augen – zweifelhaft ist. Ich glaube, Eltern brauchen das Design mehr. Ich habe mich vor zwei, drei Jahren dabei erwischt, wie ich in meinem eigenen Blog nach Ideen für ein Weihnachtsgeschenk für meine Tochter gesucht habe. Und ich habe schlicht nichts gefunden, von dem ich absolut überzeugt war. Mein A-HA-Erlebnis hatte ich mit ihr in einer Buchhandlung, da habe ich ein toll illustriertes Buch rausgezogen, ich fand es super, aber es war eben nur schwarz/weiß. Meine Tochter blätterte einmal durch, sah mich mit dem »Was soll ich denn damit?«-Blick an und legte es wieder zurück. Design muss funktionieren und dem Kind gefallen, nicht den Eltern, sonst hat es meines Erachtens keinen Sinn.

 

Was können Gestalter von Kindern lernen?

Kinder  sind offen für alles, haben aber trotzdem klare Vorstellungen, was ihnen gefällt und was nicht. Wer als Gestalter auf die Bedürfnisse der Kinder eingeht, wird Kindermöbel und Kindespielzeug entwerfen, das die Kinder lieben werden.

 

Was macht ein gutes Kindermöbel aus?

Es muss funktionieren, am besten in verschiedenen Variationen, damit es über mehrere Jahre hält. Farbe sollte schon auch dabei sein, der Kinder wegen, aber nicht zu kitschig, der Eltern wegen :). Kinder muss es begeistern. Wenn ich, z.B: auf der Cookies Messe mit meiner Tochter über einen Möbelstand laufe – es war der von afilli –  und ich feststelle, hier ist sie nicht mehr wegzukriegen, dann hat der Designer mit dem Möbel in meinen Augen alles richtig gemacht.

 

Erinnerst du Dich noch an das Lieblingsspielzeug aus Deiner Kindheit?

Uff. Das ist tatsächlich schwierig, ich war immer nur draußen unterwegs mit meinen zwei »Kumpels«. Wir hatten eine riesige Fläche Wald und Grün vor der Tür, auf dem die Amerikaner damals noch ihre Militärübungen fabrizierten, aber wenn sie nicht da waren, gehörte das Areal uns Kindern. Wir haben Steine gesammelt (die immer nur toll aussahen, wenn sie nass waren), Lager gebaut, uns im Wald vor imaginären Feinden versteckt, Schafe gerettet und sind immer erst nach Hause, wenn es dunkel wurde. Traumhaft!

 

Mit welchem Spielzeug spielen Deine Kinder am liebsten?

Nun ja, meine Kinder sind inzwischen 9 und 15, der Große dreht und schneidet Filme, die Kleine ist eine Minecrafterin. Beide zusammen haben schon über unser internes Netzwerk unfassbar große Minecraft-Städte hochgezogen. Aber genauso gern spielen beide Siedler oder Rommé. Und die Kleine ist noch eine enorme Leseratte: Harry Potter Band 1 hatte sie in einer Woche durch …

 

Was sollte in keinem Kinderzimmer fehlen?

 

Schlicht: Platz zum Spielen. Sich ausbreiten können, die Phantasie walten lassen. Ich hab das an meiner Tochter gemerkt, sie hat stundenlang Brio-Bahnstrecken aufgebaut und die dann über Wochen stehen lassen, aufräumen wollte sie das abends nicht, weil, das muss doch noch weiter wachsen!

 

Und last, but not least: erzähle uns bitte etwas über Deinen Blog butterflyfish – warum hast Du ihn gegründet?

 

Butterflyfish wird im September schon neun Jahre alt und ich hatte damals, als ich schwanger war, das Gefühl, dass es außer H&M Glitzer-Umstands-Fettmachmode und Ikea Betten nichts anderes gibt. Alles war rosa oder hellblau und fürchterlich kitschig. Dann habe ich recherchiert, und mein allerliebstes Kinderbett bei Leander gefunden und Mode aus England oder Italien, die nicht einfach nur eine fette Tonne aus einem machen und nun ja, eine ganz neue Welt hat sich da eröffnet und ich hatte mir gedacht: Mensch, das kannst du doch auch einfach alles aufschreiben. Daraus ist mein Blog Butterflyfish entstanden, auch wenn sich mit den Jahren der Fokus natürlich etwas verändert und ich auch feststelle: Nicht alles was großartig aussieht, funktioniert auch. Ich bin Design gegenüber deutlich strenger geworden – gerade wenn es um Kinder geht – dafür aber umso mehr begeistert, wenn ich etwas finde, von dem ich denke: Ja, DAS wäre vor neun Jahren total genial gewesen!

 

www.butterflyfish.de

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