Flexmobil – kreatives Holz-Spielzeug von Martin Hensel

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Warum gestalten Sie Spielzeug für Kinder?

Ich fand Spielzeug schon immer faszinierend. Als Kind ist das wahrscheinlich normal, aber auch als ich älter wurde, blieb es bei meiner Begeisterung. Bis heute gehe ich gern in Spielzeugläden und stöbere nach neuen, spannenden Dingen. Über einen Bekannten erfuhr ich dann vom Studiengang Spiel- und Lerndesign an der Burg Giebichenstein in Halle. Inzwischen habe ich dieses mit dem Master abgeschlossen.

Seit der Geburt meines Sohnes habe ich noch viel mehr Gründe, Spielzeug zu gestalten. Er kommt ständig zu mir und fragt mich, ob ich ihm dieses oder jenes bauen kann. Mich begeistern die Emotionen, die beim Spielen frei werden, das Abtauchen in andere Welten und mit welcher Phantasie Kinder spielen können. Diese Phantasie und Energie bei Kindern hervorzurufen ist das, was mich zur Gestaltung meiner Spielprodukte motiviert.

Was inspirierte Sie zu Ihrem Spielzeug aus Holz flexmobil?

Ein Aspekt ist die Arbeit „ArcheToys“ von Floris Hovers, eine Serie von Spielzeugautos, die nur aus Metallrohren in verschiedenen Querschnitten besteht. Ich fand es faszinierend, wie wenig es benötigt, um einem Fahrzeug seinen Charakter zu verleihen.

Ich wollte auch ein Fahrzeug gestalten, allerdings mit dem Ziel, mehrere Charaktere in einem zu vereinen. Es gibt einige modulare Fahrzeugsysteme zum Stecken oder mit Magneten und ich experimentierte auch damit, fand es aber sowohl in der Erscheinung als auch Produktion nicht elegant genug. Ich suchte also nach einer einfachen Verbindung, um meine Module, die den Charakter formen, am Fahrzeug zu befestigen. Irgendwann begegnete mir dann das Gummiband. Es war ein bisschen wie eine Erleuchtung- das Band hält nicht nur die Steine, es bildet auch eine Silhouette, gibt dem Fahrzeug eine Farbe und ermöglicht es, nahezu alles aus dem Kinderzimmer zu transportieren, indem man es einfach darunter klemmt.

Gibt es weitere Produkte, die Sie speziell für Kinder gestalteten?

Ja, ich hatte ja das Glück, mein ganzes Studium damit verbringen zu dürfen. Meine Masterarbeit widmete ich ebenfalls dem Thema Spielzeugautos und gestaltete eine Serie aus Holzautos zum Thema Urlaub. Für mehr Spielspaß erhielten alle »Weggefährten« eine Spezialfunktion. Es gibt z.B. den Flitzer Fred, der nach Öffnen des Verdecks zum Cabrio werden kann, oder die Limousine Lara, auf deren Dach ein Schlauchboot Platz findet. Viele können sich auch noch als Erwachsene an eines ihrer Spielzeugautos erinnern. Mit den »Weggefährten« wollte ich auch die Lust zum Spielen der Eltern oder Älteren wieder aufkommen lassen und so ein gemeinsames Spiel von Kind und Erwachsenen bestärken.

Noch einige persönliche Fragen zum Schluss:
Womit haben Sie selbst als Kind gespielt? Gab es ein Lieblingsspielzeug darunter?

Ich habe einen drei Jahre jüngeren Bruder und mit ihm und den Kindern aus unserer Straße, haben wir vor allem viel draußen gespielt. Wir sind auf den Walnussbaum geklettert, der im Garten stand, oder haben Eisschollen aus den Regentonnen gefischt. Wenn ich drinnen war,  habe ich mich meistens durch einen großen Berg LEGO gewühlt.

Und welches Spielzeug empfinden Sie als überflüssig?

Laute lärmende Spielzeuge, die so ausdefiniert sind, dass sie keinen Platz für Imagination lassen. Ich glaube, das Wichtigste an Spielzeug ist, dass es einen Anreiz schafft, etwas damit zu machen und viel Freiraum lässt, um kreativ zu werden.

Schauen Sie in eine Kristallkugel, in ihre Zukunft als Designer: Welches Produkt für Kinder möchten Sie als Nächstes entwerfen?

Ein konkretes Produkt kann ich noch gar nicht nennen, aber gerade beschäftige ich mich mit viel mit dem Bobby Car meines Sohnes. Ich habe ihm schon diverse Adapter dafür gebaut. Das Nachahmen der Verkehrssituationen und Bewegen sind gerade spannende Themen für ihn. Ihn zu beobachten ist sehr inspirierend, man wird mit immer neuen Problemen, Wünschen und Aufgaben konfrontiert, in denen jede Menge Ideen stecken.

www.martin-hensel.design

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