Keramik-Geschirr für Kinder von Ursula Schreck & Studio Spolek

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Erzählen Sie uns bitte kurz von Ihrem Background. Wie kamen Sie zur Gestaltung für Kinder?

Inspiriert durch das Leben mit meinen Kindern, habe ich im Jahr 2018 das Label ZAUNKÖNIG gegründet. Als Münchnerin, die jetzt in Halle lebt; als Kommunikationsfrau, die Gestaltung liebt; als Mama, die sich Kinderprodukte wünscht, die in ihrer Gestaltung absolut kindgerecht sind, in Qualität und Ästhetik aber auch erwachsene Wohnräume bereichern. Mich faszinieren Produkte, wenn sie die Welten von Eltern und Kindern auf ganz natürliche Art und Weise verbinden und so langlebig sind, dass sie vielleicht sogar einmal den Sprung in die nächste Generation schaffen. Außerdem wollte ich natürliche Materialien mit einem nachhaltigen, regionalen Anspruch in Einklang bringen.

Was inspirierte Sie zu Ihrem Keramik-Geschirr für Kinder?

Mein Atelier ist im Designhaus Halle an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule. An diesem Ort kommen kreative Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Viele davon eint, die Zukunft nachhaltiger gestalten zu wollen. Schon früh habe ich hier zwei wunderbare Keramikerinnen – STUDIO SPOLEK – kennengelernt. Wir teilen die Freude an ästhetischen und funktionalen Objekten, an puristischer Gestaltung und natürlichen Materialien. Die meisten Kindergeschirrserien sind heutzutage aus Kunststoff, Bambus oder Melamin. Sie alle geben bei Gebrauch früher oder später Giftstoffe ab, von denen wir zum Teil heute noch gar nicht wissen, wie gesundheitsschädlich diese für Kinder sind. Gesunde, nachhaltige und schöne Alternativen in Glas oder Keramik sind aber gar nicht so einfach zu finden. So entstand die Idee gemeinsam mit Studio Spolek ein Keramik-Geschirrset für Kinder zu entwerfen. Einen eigenen Namen hat unser Geschirr übrigens nicht – ich liebe es, die Dinge als das zu benennen, was sie sind: ein Tablett, ein Becher, eine Schale :)

Konnten Sie das Geschirr mit Kindern schon testen? Wenn ja, wie reagieren die Kinder?

Bei allem, was ich tue, sind die Kinder mein größter Ansporn, aber auch mein wichtigster »Gradmesser«. Daher haben wir Ende 2020 zunächst eine kleine Serie handgefertigt, die unsere Kinder nach Herzenslust ausprobieren durften. Wir wollten vor allem wissen, ob das Geschirr so gut in den Händen liegt, wie wir uns das wünschen. Unser Keramik-Geschirr hat zwei ergonomische Besonderheiten: der Becher ist so tailliert, dass er für kleine Hände besonders gut zu greifen ist. Die Schale hat eine sanfte Wölbung im Boden, so dass es besonders leicht fällt, Müsli, Joghurt oder Suppen auszulöffeln. Der gewölbte Boden von Becher und Schale passen ineinander, so dass sie stabil gestapelt und von den Kindern selber zum Tisch getragen werden können. Unsere Kinder waren (und sind) total glücklich. Auch gehen sie sehr sorgfältig mit ihrem Geschirr um. Ich habe das Gefühl, sie sind sehr stolz, dass wir Ihnen den Umgang mit etwas so Wertigem zutrauen und fühlen sich dadurch gleich noch ein Stückchen größer. Auch ich nutze den Becher gern für meinen Cappuccino – ich muss nur aufpassen, dass ich nicht beobachtet werde, denn sie wollen »ihr« Geschirr am liebsten gar nicht hergeben.

Ein kleiner Blick in die Zukunft: wo wollen Sie das Geschirr-Set für Kinder in Zukunft fertigen lassen?

Ich bevorzuge nachhaltige und hochwertige Gestaltung, die nach handwerklichen Prinzipien regional gefertigt wird. Diese Werte möchte ich auch in meinem Geschirr umsetzen. Aktuell bin ich in Gesprächen mit einer Porzellanmanufaktur im Süden Deutschlands, die innerhalb ihrer Fertigungsabläufe hohe Ansprüche an Nachhaltigkeit haben und auch Projekte wie meines mit hohen Qualitätsansprüchen umsetzen würden.

Und noch einige persönliche Fragen zum Schluss: Können Sie sich noch an das Geschirr erinnern, mit dem Sie als Kleinkind das selbständige Essen gelernt haben?

Puh, da muss ich erst mal nachdenken … Ich kann mich noch an einen gebogenen Silberlöffel erinnern, den meine Mama schon zu ihrer Taufe bekommen hatte. Und dann hatten wir eine Breischale aus Porzellan, die eine doppelte Wand hatte, die man mit Wasser füllen konnte, damit der Brei schön warm blieb. Eigentlich auch eine tolle Idee. Ansonsten weiß ich noch, dass wir ein Hochstühlchen mit einem Tablett hatten, an dem wir durchaus auch mit dem Essen experimentieren durften. Wir durften die Welt im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Vielleicht ist mir das deshalb heute auch so wichtig.

Haben Sie einen Wunsch an die Eltern, die in Zukunft ihr Geschirr für Kinder erwerben können?

Egal, was ihr vorhabt, zusammen ist schöner. Dieser Gedanke prägt mich schon lange und so wünsche ich uns allen die Gelassenheit, unsere Kinder Kind sein zu lassen, und die Achtsamkeit, das Leben mit unseren Kindern aufmerksam zu begleiten. Bei allen Herausforderungen, die wir gerade in dieser Zeit spüren, empfinde ich es als wahnsinnig wohltuend, immer wieder innezuhalten und an der Freude und Neugier teilzuhaben, mit der meine Kinder die Welt erkunden.


Foto Yvonne Most Fotografie

www.znkg.de
www.spolekceramics.com

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