Lichtbildbausteine von Gesa Janßen – Bausteine für Kinder für glatte Oberflächen

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Wie kamst du auf die Idee Gesa, die Lichtbildbausteine zu entwerfen?

Gerade während der Pandemie und damit verbundenen Quarantäne-Situationen hat mich das Fenster als Medium zwischen Innen- und Außenraum fasziniert. Friedensreich Hundertwasser sagte: »Die einen behaupten, die Häuser bestehen aus Mauern. Ich sage, die Häuser bestehen aus Fenstern.«. Für ihn waren die Fenster die Augen eines Hauses.
Und wenn es um Spielflächen geht, konzentrieren wir uns vor allem auf den Boden. Gerade in kleinen Wohnungen bleibt damit aber wertvolle potenzielle Spielfläche ungenutzt. Und auch das Spiel mit Licht, Überlagerung und Transparenz finde ich spannend und ästhetisch besonders reizvoll.

So kam ich auf die Idee, eine Art transparente Bausteine für Kinder für das Fenster zu entwickeln. Bei Form- und Farbauswahl versuchte ich möglichst Bauteile zu entwickeln, die viele Kombinationsmöglichkeiten erlauben, aber auch einzeln funktionieren.

Die Lichtbildbausteine ermöglichen freies Spiel am Fenster, sie eröffnen immer neue Welten, bilden Kulissen für wilde Abenteuer oder einen Rahmen für das Treiben auf der anderen Seite des Fensters. Gebaut werden kann nicht nur am heimischen Kinderzimmerfenster, sondern auch auf Badezimmerfliesen, an Duschwänden, Spiegeln, Auto-, Zug- oder Straßenbahnscheiben, auf Glasflaschen, Trinkgläsern und vielen weiteren Oberflächen. Die Lichtbildbausteine sind farbenfrohe, platzsparende und sehr robuste Begleiter für zuhause und unterwegs.

Gibt es noch etwas, was Du uns über die Lichtbildbausteine erzählen möchtest?

Nachhaltigkeit, vor allem im Zusammenhang mit Spiel und Spielzeug, ist für mich ein wichtiges Thema. Bei allen meinen Produkten und Entwürfen versuche ich einen guten Umgang mit Materialien und Herstellungsprozessen zu finden und im besten Fall auch auf das Thema aufmerksam zu machen.

Bei der Entwicklung der Lichtbildbausteine war das für mich die größte Herausforderung. Gesucht habe ich ein nachhaltiges Material, das sowohl transparent ist, als auch und an glatten Oberflächen haftet. Auf dem Markt habe ich leider kein passendes Material gefunden. Also fing ich selber an, mit AgarAgar, Spirulina, Stärke und färbenden Pflanzenteilen zu experimentieren

Entstanden sind spannende Materialproben, die meinen Anforderungen aber noch nicht gerecht werden konnten. Ich musste einsehen, dass ich es nicht schaffen würde, in der Kürze der Zeit ein Material zu entwickeln, dass meinen Anforderungen an ein nachhaltiges Material entspricht.

Als gute Kompromisslösung stellte sich Latex heraus, dass ich als Stellvertretermaterial im meinem Entwurf sehe, um Funktion und Materialeigenschaften zu simulieren.

Aktuell sind die Lichtbildbausteine noch Prototypen – welche Pläne hast du für sie in der nahen Zukunft?

Für meine Prototypen wünsche ich mir, dass ich Interessenten finde, die nachhaltige Materialien für die Spielwarenbranche entwickeln und Alternativen zu PVC und Silikon aufzeigen. Dabei merke ich immer wieder, dass meine Möglichkeiten als Gestalterin begrenzt sind. Das größte Potenzial liegt für mich deshalb in interdisziplinären Teams. Ich wünsche mir mehr Austausch!

Wir haben bereits das Strandgut Quartett von dir auf afilii vorgestellt, hast du aktuell noch weitere Produktideen im Kopf?

Immer! Ein paar Projekte liegen in der Schublade und es kommen natürlich auch immer neue Ideen dazu. Dabei beschäftige ich mich momentan vor allem mit Themen des Social Designs wie Spiel im öffentlichen Raum (z.B. das Projekt SpielRaum mit Simon Kurze) und die Potenziale von Gestaltung im Lern- und Therapiebereich (wie z.B. mein Bachelorprojekt Aufklärung – ein Kinderspiel und die anstehende Masterarbeit zu Therapie und Gestaltung). Manchmal entstehen aus diesen Projekten dann auch Produkte für Kinder wie das erwähnte Strandgut-Quartett.

Wenn Du als Head of Design der weltweiten Gemeinschaft von Gestaltern etwas für ihre Arbeit empfehlen würdest – was wäre das?

Das klingt vielleicht etwas pathetisch, aber ich bin überzeugt, dass der Schlüssel zu wertvollem Design in Partizipation, Austausch und Interdisziplinarität liegt. Ich denke, dass auch wir als Gestalter*innen eine Verantwortung tragen, einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft zu leisten.

Wir brauchen kein Mehr, sondern ein Weniger und Wertvoll! Dabei treibt mich im Gestaltungsprozess immer die Frage an, wie ich als Gestalterin die bestehende Situation verbessern kann.

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Fotos Michel Klehm
ed.oetsop@nessnaj.aseg

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