Anna Luz de Leon alias Berlinmittemom über Design für Kinder und ihr Lieblingsspielzeug

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Brauchen Kinder Design?

 

Die Frage ist für mich eher, was gutes Design im Zusammenhang mit Kindern bedeutet und inwiefern Kinder den Unterschied zwischen gutem Design und lieblos hingeworfener Gestaltung in ihrem Umfeld bemerken. Ich glaube, Kinder haben ein grundsätzlich »richtiges« Gefühl für Ästhetik. Das fängt bei Menschen an, die ihnen gefallen und die sie schön finden, geht über Landschaften und kleine Naturphänomene wie ein perfektes Schneckenhaus oder eine schöne Blüte und schließt die Architektur ihrer Umgebung und eben auch das Design von Alltagsgegenständen ein. Kinder sehen, fühlen und spüren, wenn Dinge um sie herum schön sind, wenn sie sich gut anfühlen in ihren kleinen Händen oder wenn sie sie gut benutzen können. Insofern lautet die Antwort auf die Frage: ja, Kinder brauchen sorgfältig und gut gemachte Dinge des täglichen Lebens. Und dabei geht es nicht um Design als Statussymbol, sondern um eine gute Qualität von Alltagsgegenständen, Möbeln und Spielzeug, die ihnen ermöglicht, ihre kleine Welt bestmöglich zu erobern, sich in ihr sicher zu bewegen und sich gut darin zu entwickeln.

 

Was macht ein gutes Kinderspielzeug für Dich aus?

 

Es sollte ansprechend sein und die Kinder neugierig machen – sie müssen Lust bekommen, sich damit zu beschäftigen. Es muss intuitiv benutzbar sein, das heißt, sie sollten es möglichst ohne viel Assistenz von Erwachsenen bespielen können. Und im Idealfall sollte es nachhaltig sein, im Sinne von längerfristiger Benutzbarkeit. Wegwerfspielzeug, zum Beispiel als Goodie bei Kinderzeitschriften, das nur für den Moment taugt und danach nie wieder angefasst wird, ist deshalb für mich indiskutabel.

 

Was ist Dein Lieblingsprodukt für Kinder – sei es ein Spielzeug oder ein Möbel aus Deiner Kindheit oder ein Produkt, welches Du als Erwachsener entdeckt hast?

 

Ich könnte in den Zimmern meiner Kinder viele Dinge nennen, die ich mag, schließlich habe ich die meisten davon sorgfältig für sie ausgesucht. Was aber sowohl für meine Kinder als auch für mich die Welt bedeutet sind – Bücher. Wir sind bibliophil, ich war das schon als Kind und bin es noch, und ich habe das wohl an meine Kinder weitergegeben. Nicht umsonst ist das Herzstück in unserem Wohnzimmer ein Bibliothekssystem voll mit Büchern. Wir lesen viel gemeinsam und haben eine große Sammlung Bilderbücher und illustrierte Märchenbücher, die wir wie Schätze hüten. Bücher sind mein Lieblingsprodukt für Kinder, das kein Verfallsdatum hat, denn die Geschichten, die wir als Kinder lieben, begleiten uns ein Leben lang.

 

Erinnerst Du Dich noch an das Lieblingsspielzeug in Deiner Kindheit?

 

Ich habe als Kind wahnsinnig gerne mit Playmobil gespielt. Damit habe ich mich tagelang beschäftigt, nachdem ich irgendwelche Szenarien aufgebaut hatte. In meiner Erinnerung bedeckten meine Indianerlager und Tiergehege das halbe Kinderzimmer und mein Bruder und ich spielten morgens gleich im Schlafanzug weiter, wo wir abends aufgehört hatten.

 

Allerdings war das wohl vor allem eine Beschäftigung im Winter, denn in den warmen Monaten waren wir als Kinder vor allem viel draußen. Da haben wir dann die Indianerspiele selbst gespielt und haben jede freie Minute damit zugebracht, auf Bäume zu klettern, Höhlen und Bretterbuden zu bauen und über Zäune in die Schrebergärten der Nachbarn zu klettern.

 

Womit spielen Deine Kinder am liebsten?

 

Meine beiden jüngeren Kinder spielen sehr viel miteinander, sowohl drinnen als auch draußen. Da gibt es viele Dinge, die sie teilen. Aber wohl das liebste, womit sie zusammen spielen, sind ihre Schleichfiguren und -tiere. Die nehmen sie mit in die Badewanne, in den Garten, in ihre Zimmer, in den Sandkasten … Die machen alles mit und lassen sich super kombinieren. Die Dinos meines Sohnes tauchen in Szenarien mit den Elfen meiner Tochter auf, die Tiger wohnen mit Einhörnern zusammen und die Ritter beschützen die Wildgehege voller Waldtiere. Damit beschäftigen sie sich tagelang, ähnlich wie mein Bruder und ich früher mit unseren Playmobilfiguren.

 

Meine große Tochter ist bereits aus dem klassischen Spielzeugalter raus, aber als sie klein war, hat sie viel mit ihren Puppen gespielt. Außerdem war sie, ähnlich wie ich als Kind, sehr glücklich mit ihrem Playmobil.

 

www.berlinmittemom.de

Fotos: Urban Ruths

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