Was können multifunktionale Kindermöbel? Gespräch mit Kim Wortelkamp, Quartier vier.design

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Der Industriedesigner Luigi Colani entwarf Anfang der 70er Jahre den mittlerweile legendären Hocker Zocker, aus Kunststoff in knallorange und mit abgerundeten Kanten. Sein Entwurf war nicht einfach ein verkleinerter Stuhl von Erwachsenen für Kinder, sondern einer der ersten Kinderstühle, dessen Form der Bewegung des Kindes folgt: Ein Stuhl, ein Tisch, ein Pult, ein Sitz für zwei.

Colani ist mit dem Kinderstuhl Zocker ein bis dato nicht gekanntes Bewegungs- Spiel- und Sehangebot gelungen. Das multifunktionale Kindermöbel fordert und fördert die Phantasie der Kinder heraus, unterstützt den Bewegungsdrang und setzt mit seiner eigenwilligen Farb- und Formgebung erste qualitative gestalterische Maßstäbe im Kinderzimmer.

Zocker ist aus heutiger Designsicht sicher ein Kind seiner Zeit, trotzdem zeigt er noch auf, was ein Kindermöbel bieten kann und sollte. Die Kindgerechtigkeit von Kindermöbeln entsteht nicht alleine durch die passende Größe und eine bunte Farbgebung. Ein multifunktionales Kindermöbel motiviert zu Handlungen und vermag Handlungen auszulösen. Die Form, Farbe und Haptik sollte Anlass geben, dauerhaft zur Kindheitserinnerung zu werden.

P.S.
Zocker hatte ein Loch auf der Unterseite – hier konnte man Murmeln hineinstecken die nur selten wieder den Weg nach draußen fanden.

Kim Wortelkamp ist Geschäftsführer der Quartier vier.design GmbH aus Leipzig.

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